Besondere Gipfel in den Dolomiten

Von links nach rechts: Carsten Beckering, Lena Behrends, Ralph Hofmann und Christoph Reudenbach

"Besondere Gipfel in den Dolomiten" hieß die Ausbildungstour der Sektion Wetzlar des Alpenvereins vom 28.September bis 3. Oktober 2012. Ausbilder waren die erfahrenen Fachübungleiter Lena Behrendes (Hindelang im Allgäu) und Chris Reudenbach (Marburg), unterstützt von Ralph Hofmann (Lützellinden), der gerade seine Fachübungsleiterausbildung erfolgreich abgeschlossen hat.

Selbständiges Bewegen (Bergsteigen und Klettern) im hochalpinem, weglosem Gelände; Orientierung, Wetterkunde und Sicherungstechnik waren die Ausbildungsziele. Die zwölfköpfige Gruppe war im Rifugio Carlo Valentini auf 2218 m untergebracht. Die bei dem exzellenten Viergänge-Menü gewonnenen Kalorien trainierten die Unermüdlichen in einem kernigen Boulderraum wieder ab. Die gemütliche Unterkunft liegt am Sellajoch, in den westlichen Dolomiten, zwischen dem Grödner- und dem Fassatal am Fuße der Langkofelgruppe.

Die erste Bergtour führte zum Piz Boé, dem 3152 Meter hohen Gipfel der Sellagruppe, über den Cesare-Piazzetta-Klettersteig. Dieser Klettersteig gilt als der schwierigste in der Sellagruppe und zu einem der sportlichsten in den Dolomiten. Der steile, griffarme Einstieg stellte die Gruppe bereits vor große Schwierigkeiten, da die Wände vom Regen extrem rutschig waren. Im letzten Stück des anspruchvollen Klettersteiges gab es fetten Regen mit stürmischen Böen, die die Bergsteiger und das Material aufs Äußerste beanspruchten. Die letzten 150 Höhenmeter zum Gipfel ersparten sich die nassen, durchgefrorenen Kletterer. Unverletzt im »Basislager« angekommen, zwar durchgeweicht bis auf die Haut und müde, aber glücklich und stolz, lautete das Resümee: »In der Gruppe bin ich stark - alleine hätte ich das nie durchgehalten«.

Der zweite Tag begann mit Christophs Wetterkunde. Dolomitenwetter ist sehr launisch und zu deutende Wolken gab es genug. Es gibt zwar feste Wetterkomponenten: Luftdrücke mit rechtsdrehenden Hochs und linksdrehenden Tiefs, Windgeschwindigkeiten, Luftfeuchtigkeit und die Temperatur. Das Zusammenspiel wird aber ganz schnell kompliziert. Für unsere Tour war es wichtig zu wissen, wie schnell sich die Wetterlage verändert und auf welcher Höhe mit Eis zu rechnen ist . In der »Steinernen Stadt«, am Fuße des beeindruckenden »Langkofels«, wurde am Fels geklettert und sicherer Standplatzbau im Fels geübt, bis der Regen, mit Donner gepaart, die Gruppe wieder in das Rifugio trieb, wo Lena Kartenkunde und Orientierung lehrte. Abends zeigten die Übungsleiter noch ihre Kletterkünste in der Bouldergarage und gaben wertvolle Tipps zur Klettertechnik.

Am Tag drei umrundete die Wetzlarer Gruppe den Langkofel, vorbei an Schneefeldern des letzen Winters zur Toni Demetz Hütte (2681 m) in der Langkofelscharte. Auf den ursprünglich geplanten Klettersteig zum Gipfel des Fast-Dreitausenders »Plattkofel« musste wegen Blankeis verzichtet werden. Auch die geplante Besteigung des unverwechselbaren Monte Pelmo (3168 m) über das ausgesetze, schmale Ball-Band, wurde wegen des Wetters als zu gefährlich für eine Gruppe dieser Größe eingestuft. Doch die wunderbare Wanderung durch das Massiv des Monte Pelmo machte das Nichterreichen des Gipfels wett.

Wer plant, eine Ausbildungstour mit Chris und Lena mitzumachen, sollte die Zwei und Ihre anspruchsvollen Ziele ernst nehmen. Den Langkofel, den Antelao, oder den Monte Pelmo zu besteigen, heißt trittsicher bis zu 2200 Meter hinauf- und wieder herabzusteigen.

Text: Christian Sarges und Peter Rosenberger

logo dav wetzlar

Geschäftsstelle

DAV Sektion Wetzlar
Sportparkstrasse 1
35578 Wetzlar

Telefon 06441 2000811
Fax 06441 2000812
info@dav-wetzlar.de

Geschäftszeiten

Montag 14:30 - 17:00 Uhr
Donnerstag 16:00 - 19:00 Uhr
oder nach telefonischer Terminvereinbarung

Kontaktformular

captcha

Search

Download Free Premium Joomla Templates • FREE High-quality Joomla! Designs BIGtheme.net