Auf Klettersteigen in den Dolomiten

Wie so oft in diesem Jahr mussten wir unsere ursprünglichen Planungen aufgrund der Corona-Pandemie anpassen. Die Klettersteige in der Brenta blieben uns verwehrt, da dort ohne Hüttenübernachtungen der tägliche Zustieg viel zu lang gewesen wäre. Aus diesem Grund verlagerten wir unser Tourengebiet in das Gebiet um Corvara im Garder Tal.

Das erste Highlight war unsere wunderbare Unterkunft. Nach der Anreise stand erst einmal an der Rezeption das Fiebermessen auf dem Programm. Es gab uns gleich ein gutes Gefühl, wie sehr man hier schon beim Check-In auf die Befolgung der Corona-Regeln setzte. Der gute Eindruck blieb durchweg erhalten. Neben einem tollen Frühstück beeindruckte uns vor allem die Aussicht, die wir von unserem großen Balkon genießen konnten.

In den ersten Tagen ließ das instabile Wetter leider keine Klettersteigtouren zu, so dass wir uns auf Wanderungen beschränken mussten. Wir suchten uns aber schöne Ziele, so dass sich die Enttäuschung in Grenzen hielt.

Später gelangen uns jedoch die angestrebten Klettersteigbegehungen. Wir bezwangen die Steige auf die kleine und die große Cirspitze, bewältigten den Klassiker Pisciadu und überschritten in einer überaus langen Tour den Sass Rigais über zwei Klettersteige. Bei all unseren Touren schrieben wir die Sicherheit groß und blieben nicht zuletzt daher von Missgeschicken gänzlich verschont.

Ein besonderes Erlebnis war unsere Tour am Lagazoui oberhalb des Falzarego Passes. Hier verlief im ersten Weltkrieg die Gebirgsfront. Für den Aufstieg wählten wir den Kaiserjägersteig, über den die Österreicher seinerzeit ihre Truppen, die den Gipfel hielten, versorgt hatten. Unser Abstieg führte uns über mehrere hundert Höhenmeter durch einen steilen Tunnel, den die italienischen Alpini in den Fels gehauen hatten. Ein Arm der Tunnelanlage wurde damals mit dem Ziel gesprengt, die österreichischen Stellungen am Gipfel zu zerstören. Vom Tunnel aus machten wir noch einen Abstecher auf das sogenannte Martini-Band, auf dem die Italiener unerreichbar für die österreichische Artillerie ihre Stellungen errichtet hatten. Am Ende des Tages konnten wir zumindest im Ansatz nachvollziehen, welche Qualen und Ängste die Soldaten damals allein aufgrund der Umweltverhältnisse durchstehen mussten, von den Kriegsereignissen ganz zu schweigen.

Den Abschluss unserer Woche bildete nochmal eine schöne Wanderung, die uns auf den Crusc de Rit (Kreuzspitze) führte, eine wunderbare Aussichtskanzel oberhalb des Garder Tals.

Auch wenn die Woche wirklich toll war, hoffen wir doch, im kommenden Jahr unsere Brenta-Pläne in die Tat umsetzten zu können.

Text und Foto: Peter Mandler

Foto 1:
In den ersten Tagen lag meist eine tiefhängende und geschlossene Wolkendecke über unserem Tourengebiet (hier Blick auf das Grödner Joch)

Foto 2:
Wunderbare Aussicht von unserer Unterkunft in Kolfuschg östlich des Grödner Jochs

Foto 1 für Tourenbericht

Foto 2 für Tourenbericht

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